Elterliche Sorge

Wenn ein Kind geboren wird, bedarf es insbesondere der Versorgung und Erziehung.
Dies wird in weitestem Sinne unter dem Begriff Personensorge zusammengefasst.
Des weiteren sind die finanziellen Angelegenheiten des Kindes zu verwalten. Dies geschieht im Rahmen der Vermögenssorge.
Das Sorgerecht aber auch die Pflicht zur Sorge steht den Eltern des Kindes zu. Bei verheirateten Eltern beiden Eltern gemeinschaftlich, sonst der Mutter allein, bis zu dem Zeitpunkt in dem die Eltern heiraten oder in öffentlich beurkundeter Form (vor einem Notar oder dem Urkundsbeamten des Jugendamtes) erklären, die elterliche Sorge gemeinsam ausüben zu wollen.
Die Vertretung des minderjährigen Kindes steht dem Sorgeberechtigten zu. Bei mehreren sorgeberechtigten Eltern diesen gemeinschaftlich.
Da das minderjährige Kind bis zur Vollendung des siebten Lebensjahres geschäftsunfähig ist und danach nur beschränkt geschäftsfähig, haben die Sorgeberechtigten alle Angelegenheiten des Kindes zu entscheiden, zu regeln und Verträge für das Kind abzuschließen.
In einigen Fällen benötigen die Sorgeberechtigten aber zusätzlich die Genehmigung des Vormundschaftsgerichtes, um bestimmte Geschäfte für das Kind tätigen zu können. Dies betrifft insbesondere den Abschluss von Verträgen, die erhebliche Bindungen oder Belastungen für das Kind beinhalten oder sich auf Grundstücksgeschäfte oder Grundsicherungsrechte beziehen.

Bei Problemen mit der elterlichen Sorge sollten zunächst die Hilfen und Beratungsangebote der Jugendämter wahrgenommen werden. In Extremfällen kann eine Entscheidung des Familiengerichts beantragt werden.
Die elterliche Sorge kann den Eltern zudem durch eine Entscheidung des Gerichts ganz oder teilweise entzogen werden, wenn eine Gefährdung des Kindeswohles eingetreten oder zu befürchten ist.
 

Umgangsrecht

Das Umgangsrecht umfasst alle Kontakte zwischen dem Kind und seinen Bezugspersonen.
Dies sind nicht nur persönliche Begegnungen, sondern auch Telefon- oder Briefkontakte.
Das Kind hat ein Recht auf Umgang mit seinen Eltern.
Die Eltern dagegen sind zum Umgang mit dem Kind nicht nur berechtigt sondern auch verpflichtet.
In einer intakten Familie wird das Umgangsrecht wohl nie problematisch werden, im Fall der Trennung der Eltern muss dies jedoch im Interesse aller Beteiligten sinnvoll geregelt werden. Maßgebliches Kriterium für Bewilligung, Art und Ausgestaltung des Umgangsrechtes ist hier insbesondere das Kindeswohl. Sollte das Wohl des Kindes gefährdet sein, z.B. in Missbrauchsfällen, kann ein völliger Ausschluss des Umgangsrechtes unvermeidlich sein.
Im Normalfall können sich die Eltern über das Umgangsrecht selbst einigen, oder hierzu die Hilfe des Jugendamtes in Anspruch nehmen.
Wenn trotzdem keine Regelung gefunden werden kann, muss das Familiengericht entscheiden.

Andere Bezugspersonen, insbesondere Geschwister, Großeltern oder Personen, die längere Zeit in häuslicher Gemeinschaft mit dem Kind gelebt haben, können ein eigenständiges Recht zum Umgang mit dem Kind haben, wenn dies dem Wohl des Kindes dient.